„Rassismus ist eine Einstellung aus einer alten Zeit“

„Rassismus ist eine Einstellung aus einer alten Zeit, die wir gemeinsam überwinden müssen. Wir haben die Einstellung zu den Rechten die wir Kindern heute anerkennen geändert und lassen sie nicht stundenlang arbeiten, noch dürfen sie geschlagen werden. Wir haben die Rechte von Frauen geändert die noch vor hundert Jahren nicht wählen oder einen eigenen Beruf ausüben durften. Unsere Gesellschaft ist zum Wandel fähig und hat die gemeinsame Kraft Veränderungen zu bewirken. Jetzt gilt es im besonderen Maße beim Thema Rassismus genau hin zu sehen und dort wo er geschieht, die Menschen vor Ort nicht allein zu lassen. Klever Bürgerinnen und Bürger und Studierende unserer internationalen Hochschule sind mit mir gemeinsam in den vergangen Jahren mehrfach aufgestanden und haben klare Zeichen gegen Rassismus gesetzt, durch Demonstrationen, Ausstellungen, Tanzdemos, Studien über die Klever Kolonialgeschichte oder das Festival of Tolerance und den Internationalen Afrika Tag an der HSRW.

Einzelne Menschen machen persönliche Rassismus-Erfahrungen, ob es die Androhung von Gewalt ist, wenn man im Zug nach Kleve sitzend in einer fremden Sprache mit seiner Mutter telefoniert, ob es die üble Beschimpfung auf einem Supermarktparkplatz ist, wenn es nicht schnell genug geht. Ob es die Hakenkreuzschmierereien in der Nähe von Geflüchteten sind, oder die Idee z.B. schwarzen Frauen nicht den gleichen Lohn anzubieten wie alle Anderen auch.

Rassismus können wir begegnen in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens. Rassismus schadet unserem Miteinander da er Menschen verwundet und verletzt. Rassismus schadet uns als Gesellschaft, weil wir jedes Potential, jede gute Idee von Menschen benötigen, um gemeinsam eine gute Zukunft zu gestalten. Rassismus verletzt die Würde des Menschen und ich wünsche mir für jeden und jede Bürger*in in Kleve ein Leben in Würde.

Darum brauchen wir Bürgerinnen und Bürger sowie Kinder und Jugendliche, die sensibel sind für die Diskriminierung durch Rassismus und die Schäden die er an Menschen verursacht. Aus diesem Grund schließe ich mich gerne der Initiative der Amnesty International Gruppe Kleve an. Für ein weltoffenes rassismusfreies Leben in Kleve!“

Ihre Yvonne Tertilte-Rübo
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kleve