Deutsch-Iranerin willkürlich in Haft

Nahid Taghavi

Bild: © privat

Aktion des Monats Februar 2021

Die 66-jährige Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi ist seit dem 16. Oktober 2020 willkürlich im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Angehörige der iranischen Revolutionsgarde nahmen sie in ihrem Zuhause in Teheran fest. Dabei beschlagnahmten sie auch ihren Laptop, ihr Handy, USB-Speichersticks, Geld, Bücher, Fotos und den deutschen Pass. Sie hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihre Angehörigen bekommen bis heute keine detaillierten Informationen über die Anklagen, aufgrund derer sie festgenommen worden war. Stattdessen gab die Behörde an, sie aus „Sicherheitsgründen“ (amniyati) festzuhalten.

Nahid Taghavi hat ihren Wohnsitz in Deutschland, reist aber jeweils für mehrere Monate pro Jahr in den Iran, um ihre dortige Familie zu besuchen. Sie hat in der Haft Diabetes entwickelt und leidet an Bluthochdruck. In den letzten Jahren haben die iranischen Behörden Dutzende Bürger_innen mit doppelter Staatsangehörigkeit inhaftiert. Darunter befinden sich gewaltlose politische Gefangene wie Journalist_innen, Akademiker_innen und Menschenrechtsverteidiger_innen.

In seinem Bericht vom Juli 2019 äußerte der UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage im Iran seine Besorgnis über die nach wie vor angewandten „willkürlichen Festnahmen, Inhaftierungen, Misshandlungen und Verweigerung der angemessenen medizinischen Versorgung von Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft oder ausländischer Herkunft.“ Amnesty International betrachtet Nahid Taghavi als eine gewaltlose politische Gefangene.

Weitere Infos und Online-Petition unter:

https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/iran-iran-deutsch-iranerin-willkuerlich-haft-2021-01-28